Leishmaniose Geschrieben am März 11, 1999 von peru

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Ursachen und Verbreitung von Leishmaniose

Die Leishmaniose wird in drei Kategorien unterteilt

  •  viszerale Form
  •  kutane Form (unter der Haut, Geschwür heilt nach mehreren Monaten unter Narbenbildung ab)
  •  mukokutane Form (zuerst wie kutane Form, dann Befall der Schleimhäute wie Rachen, Nase, Lippen,..)

Im Projektgebiet kommt es zu Infektionen der kutanen und der mukokutanen Form.

Die Unterscheidung, ob es eine kutane Infektion oder eine mukokutane Form ist, kann nur mit labortechnischen Mitteln erfolgen (und ist somit teuer).

Die Krankheit wird durch infizierte weibliche Sandfliegen, die z.B. am Fuß der Anden (Amazonasgebiet) vorkommen, übertragen. Die Fliegen sind tag- und nachtaktiv und halten sich vorwiegend am Boden auf. Nach einer “Blutmahlzeit” am Menschen kommt es dann an der Einstichstelle zu einer Vermehrung der Parasiten. Die Inkubationszeit liegt zwischen einer Woche und mehreren Monaten.

Die Krankheit führt zu Verstümmelungen und bei Befall der Mund- und Rachenschleimhäute, z.T. auch zum Tod (durch Ersticken).

Die Betroffenen

Betroffen von dieser lepraähnlichen Krankheit sind meist Indios, die aus wirtschaftlichen Gründen (Armut) in verseuchten Amazonasgebieten z.B. als Goldwäscher gearbeitet haben.

Auf Grund der Herkunft der Betroffenen wird nach dem Ausbruch der Krankheit in den meisten Fällen kein Arzt aufgesucht. Dies führt dann dazu, daß die Behandlung erst in einem sehr späten Stadium begonnen wird. Neben den medizinischen Folgen kommen dann noch die psychosozialen Folgen (Isolation in ihrer Heimat) dazu. Die Krankheit wird deshalb auch als Armutskrankheit eingestuft.

Obwohl laut Gesetz bei dieser Krankheit jeder einen Anspruch auf ärztliche Hilfe und entsprechende Medikamente hat, sieht die Realität in Peru ganz anders aus. Deshalb ist die medikamentöse Versorgung für uns zuerst einmal vorrangig, denn diese Menschen haben auf Grund ihrer mangelnden Wirtschaftskraft keine Chance auf eine Behandlung.

Prophylaxe

– Bekämpfung der Überträgerinsekten
– geeignete Kleidung
– Moskitonetze

Ursachen

Biologisch gesehen ist die Ursache klar: die Mücke mit dem anschließenden Stich.

Aber warum ist es möglich, daß die Einheimischen von dieser Krankheit viel weniger betroffen sind. Untersuchungen, die zur Zeit im Krankenhaus von Cusco durchgeführt werden, zeigen, daß die Menschen mit Mangelerscheinungen viel häufiger erkranken.

Die Menschen, die da vornehmlich erkranken, sind allesamt sehr arm. Sie werden dann von Firmen angeworben, um in den verseuchten Gebieten zu arbeiten. Zu arbeiten heißt, sie arbeiten in der Goldförderung, die auch in Peru mit Quecksilber arbeitet. Das ist zwar gefährlich, wie man zuletzt bei dem Unglück auf dem Balkan ja sehen konnte, aber auch billig. Der Markt, sprich auch der Verbraucher gibt eben nicht mehr, und außerdem will die Fördergesellschaft ja auch verdienen. Die Europäer und Amerikaner interessiert es recht wenig, was da mit den Menschen passiert oder ob da mal wieder die ganze Gegend vergiftet wird. Hauptsache der Profit und der Preis stimmt.

Prävention

Dies ist ein nicht ganz einfaches Kapitel, denn wie schon vorher beschrieben, trifft es meist die Ärmsten der Armen. Wirkliche Prävention gibt es nur, wenn man diese Gebiete meiden würde. Nur dies ist keine Lösung, da sie auf Grund der finanziellen Situation in den Ländern nicht durchsetzbar ist. Und zudem will unsere Gesellschaft ja die Rohstoffe, so daß sie immer wieder jemanden finden wird, der arm genug ist sich dieser Gefahr auszusetzen.
Also bleibt die Aufklärung der betroffenen Menschen.

– wie sehen die Überträger aus
– wie erkennt man die Krankheit und
– wie und wo kann dann geholfen werden.

Dies ist das Ziel einer Aufklärungskampagne. Dazu wurden Materialien für das medizinische Personal erstellt. Zum einen handelt es sich um erklärende Schriften, neudeutsch auch Flyer genannt, und um Wandbilder. Mit letzteren kann man dann auch in den Dörfern das Bewußtsein schärfen und letztendlich zur Aufklärung beitragen. Der Verein Peru-Amazonico hat diese Materialien finanziert.

Deckseite des Flyers

 

Rückseite des Flyers

 

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