Zum 1. Dezember 2025 ist in der peruanischen Amazonasregion Ucayali unser Projekt „Entwicklung indigener Dorfgemeinschaften und Erhalt der Fischgründe in der Landschaft Imiría–Chauya“ (P8174) gestartet. Ziel des Projekts ist es, die Ernährungssicherheit und die Lebensgrundlagen indigener Gemeinschaften zu stärken und gleichzeitig die nachhaltige Nutzung der Fischereiressourcen in einem ökologisch besonders sensiblen Gebiet zu fördern.
Das Projekt wird von der Föderation der Indigenen Gemeinschaften von Ucayali und seinen Zuflüssen (FECONAU) umgesetzt, in enger Zusammenarbeit mit den indigenen Organisationen ORDIM (Organisation der Indigenen des Distrikts Masisea) und FECONALICM (Föderation der Indigenen Gemeinschaften der Seen Imiría und Chauya). Der Freundeskreis Peru Amazonico e.V. begleitet das Vorhaben als Partnerorganisation in Deutschland. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit fördert das Projekt finanziell.
Schutz der Fischgründe und Stärkung lokaler Lebensgrundlagen

Die Landschaft Imiría–Chauya ist Teil eines regionalen Schutzgebiets und bietet den dort lebenden Gemeinschaften die zentrale Lebensgrundlage. Fischerei spielt eine entscheidende Rolle für die Ernährung und das Einkommen der Familien. Gleichzeitig geraten die Fischbestände unter zunehmenden Druck von außen, was langfristig sowohl ökologische als auch soziale Risiken mit sich bringt.
Das Projekt setzt daher auf einen integrierten Ansatz: Gemeinsam mit den Gemeinden werden nachhaltige Formen der Fischerei weiterentwickelt, lokale Regeln für die Nutzung der Ressourcen gestärkt und alternative Einkommensmöglichkeiten ausgebaut. Dazu gehören unter anderem die Förderung traditioneller Produkte wie Bijao-Blätter, Aguaje-Früchte und Honig von stachellosen Bienen (Melipona), die umweltverträglich gewonnen werden können.

Indigene Governance und gemeinsames Monitoring
Ein zentrales Element des Projekts ist die Stärkung der indigenen Selbstorganisation und Governance. FECONAU, ORDIM und FECONALICM arbeiten im Rahmen einer gemeinsamen indigenen Netzwerkstruktur zusammen, um Planungs- und Entscheidungsprozesse besser zu koordinieren. Durch diesen Ansatz werden lokales Wissen, moderne Technologien und institutionelle Zusammenarbeit miteinander verbunden. Ziel ist es, eine tragfähige Grundlage für den Schutz der natürlichen Ressourcen und eine selbstbestimmte Entwicklung der Gemeinschaften zu schaffen.
Perspektiven für eine nachhaltige Entwicklung

Das Projekt ist auf eine Laufzeit von drei Jahren angelegt und versteht sich als Modell für eine nachhaltige, indigene Entwicklung im Amazonasgebiet. Es verbindet Naturschutz, Ernährungssicherheit und wirtschaftliche Perspektiven mit der Stärkung indigener Organisationen und ihrer Rolle in der Landschaftsverwaltung. Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zum Erhalt Amazoniens, insbesondere der biologischen Vielfalt in der Landschaft Imiría–Chauya und zur Verbesserung der Lebensbedingungen der dort lebenden Menschen – im Einklang von Natur, Kultur und gemeinschaftlicher Verantwortung.
VO – MK
Gefördert vom





