Gemeinsam stärker: Lokale Verantwortung schützt Ressourcen und Existenzen

Ein Erfahrungsaustausch von Vertretern des Regionalen Schutzgebiets Tamshiyacu Tahuayo mit Vertretern des ACR Imiría-Chauya zeigt, dass Naturschutz und wirtschaftliche Verbesserung kein Widerspruch sein müssen! Vom 15. bis 20. Februar 2026 trafen sich Vertreter indigener Organisationen, Gemeinden und regionaler Behörden im Rahmen unseres Projekts zur “Entwicklung indigener Gemeinschaften und zum Schutz der Fischgründe in Imiría–Chauya”. Ziel war es, von einem erfolgreichen Modell gemeinschaftlicher Schutzgebietsverwaltung zu lernen und Impulse für eine stärkere lokale Mitbestimmung im Regionalen Schutzgebiet Imiría–Chauya zu gewinnen.

V.l.n.r. Halmington Jorge Soplin Ortiz, Hugo Huanaquiri Huayllahua und Manuel Alcibidades Huayllahua Silva aus dem Dorf Chino, im ACR Tamshiyacu Tahuayo

Die Delegation aus Tamshiyacu Tahuayo berichtete, wie die Gemeinden seit den 1980er-Jahren auf die massive Übernutzung von Wald- und Fischressourcen reagierten. Durch lokale Organisation, klare Regeln und gemeinschaftliche Kontrolle gelang es, die Ausbeutung einzudämmen. Heute profitieren die Familien von erholten Fischbeständen, stabilen Preisen und deutlich höheren Einkommen. Entscheidend für diesen Erfolg ist, dass Schutz und Nutzung von den Gemeinden selbst organisiert und verantwortet werden.

Bei Besuchen in den Gemeinden Junín Pablo, Nuevo Loreto und Caimito tauschten sich lokale Akteure offen über ihre Situation aus. Dabei wurden zentrale Konflikte sichtbar: die fehlende Abstimmung bei der Einrichtung des Schutzgebiets, Fischereirechte für externe Fischerei-Verbände sowie unzureichende Maßnahmen gegen illegale Fischerei. Gleichzeitig betonten die Gemeinden, dass sie Naturschutz unterstützen – jedoch Lösungen fordern, die ihre angestammten Rechte respektieren und ihnen eine zentrale Rolle im Management sichern.

Workshop-Junin-Pablo
Workshop Junín Pablo

Zum Abschluss entwickelten die Gemeinden gemeinsam Aktionspläne mit konkreten Maßnahmen und Prioritäten. Eine Schlüsselentscheidung war, die lokalen handwerklichen  Fischervereinigungen rasch zu aktualisieren und rechtlich zu stärken, um ihre Interessen in laufenden Entscheidungsprozessen gemeinsam wirksam vertreten zu können.

Der Austausch machte deutlich: Erfolgreicher Ressourcenschutz gelingt dort, wo lokale Rechte anerkannt, Verantwortung geteilt und wirtschaftliche Perspektiven verbessert werden. Für Imiría–Chauya bietet dieser Prozess eine wichtige Chance, bestehende Konflikte konstruktiv zu lösen und eine tragfähige, gemeinschaftlich getragene Verwaltung des Schutzgebiets aufzubauen. Die Erfahrungen aus Tamshiyacu Tahuayo zeigen, dass nachhaltiger Schutz und bessere Lebensbedingungen möglich sind – wenn die Gemeinschaften den Wandel selbst gestalten.

MK – KMH – VO

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