Schutz indigener Territorien durch Technikschulungen und neue Überwachungs-Struktur

Im dritten Quartal 2026 hat die Asociación Intercultural Bari Wesna mit unserem gemeinsamen Projekt „Technologie zum Schutz indigener Territorien“ in der Region Ucayali die letzten geplanten Schulungen durchgeführt und gemeinsam mit FECONAU die indigenen Gemeinschaften dabei unterstützt, Gefahren für ihre Territorien zu erkennen und zu dokumentieren.

In acht Schulungseinheiten vertieften die Teilnehmenden ihre Kenntnisse im Umgang mit GPS-Geräten, Drohnen und digitalen Werkzeugen für die Gebietsüberwachung. Auch rechtliche Fragen zum Schutz indigener Gebietsverteidigerinnen und -verteidiger waren Teil des Programms. Rund 80 Prozent der Teilnehmenden erlangten Kenntnisse im Umgang mit technischen Geräten. Bei einigen älteren Teilnehmenden besteht weiterhin Bedarf, grundlegende digitale Fähigkeiten zu stärken.

Ein wichtiger Schritt für die Fortführung der Arbeit war die Gründung eines Netzwerks zum lokalen Gebietsmonitoring im August. Zwanzig Personen nahmen an der Gründung teil. Eine junge Führungskraft aus der Gemeinde Puerto Firmeza wurde zur Koordinatorin gewählt. Das Netzwerk soll die Zusammenarbeit zwischen den Monitorinnen und Monitoren der 10 teilnehmenden Gemeinden, FECONAU, den Gemeindeverantwortlichen und den zuständigen Forstbehörden weiterführen und dauerhaft stärken.

Patrouille in Puerto Betel

Auch die Patrouillen wurden fortgesetzt. In Puerto Betel und Panaillo überprüften Gemeindemitglieder Gebiete, für die Entwaldungswarnungen aus Satelliten-Überwachungssystemen vorlagen. Insgesamt wurden im Rahmen des Projekts bislang 75 Warnmeldungen erfasst; 28 davon konnten durch Patrouillen vor Ort überprüft werden. Die gesammelten Patrouillendaten und Karten gingen an das Satelliteninformationszentrum ‚Pinon Nete‘ von FECONAU, zur weiteren Auswertung und Koordination. Gespräche mit der regionalen Forstbehörde, OSINFOR und der Staatsanwaltschaft dienten dazu, die Unterstützung der Gemeinden und der für das Monitoring zuständigen Personen zu verbessern.

Besondere Herausforderungen wie höhere Kosten für Lebensmittel, Treibstoff und Transport erschwerten die Projektplanung; ein regionaler Streik beeinträchtigte den Zugang zu den Gemeinden. Dies bewog uns, die Projektlaufzeit ohne Erhöhung der Projektkosten bis zum Jahresende zu verlängern, um die Projektabschlussarbeiten geordnet zu Ende zu führen.

Eine zentrale Erfahrung war, daß es durch direkte Ansprache gelang, Frauen und Jugendliche an der Projektarbeit zu beteiligen. Im Weiteren werden die Projektergebnisse in Gemeindeversammlungen vorgestellt. Auf diese Weise sollen mehr Menschen mitentscheiden und die Überwachung ihrer Gebiete mittragen.

MH – VO

Die Projektarbeit im Video!

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