Bedeutende Fortschritte bei der Stärkung der indigenen Selbstverwaltung, der nachhaltigen Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen und der Entwicklung der kommunalen Wirtschaft konnten für rd. 230 Familien im Seengebiet Imiría-Chauya in der Region Ucayali in den ersten sechs Monaten Projektarbeit erzielt werden. Die Federführung liegt bei der Föderation indigener Gemeinschaften des Ucayali und seiner Nebenflüsse (FECONAU) in Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis Peru Amazonico e.V. (FPA) und mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).
Eine der wichtigsten Errungenschaften ist die Förderung des multisektoralen Fischereiausschusses von Ucayali, in dem FECONAU offiziell als Vertreter der indigenen Bevölkerung mitwirkt. Die Schaffung dieses Forums stellt einen strategischen Schritt hin zu einer partizipativen, interkulturellen und nachhaltigen Fischereipolitik dar und fördert den Dialog zwischen öffentlichen Institutionen, indigenen Organisationen und anderen Akteuren des Sektors, um die Bewirtschaftung der Fischereiressourcen zu verbessern.

Zudem stellt die Gründung des lokalen indigenen Netzwerks Imiría-Chauya (RILIC), das sich aus FECONAU, ORDIM und FECONALICM zusammensetzt, einen wesentlichen Fortschritt bei der Vernetzung der indigenen Organisationen in diesem Gebiet dar. Dieses Netzwerk stärkt die Koordinations-, Vertretungs- und politischen Einflussmöglichkeiten von 56 Fischerfamilien und ermöglicht ihnen eine effektive Beteiligung an Entscheidungsprozessen im Zusammenhang mit der Territorialverwaltung und der regionalen Entwicklung.

Im wirtschaftlichen Bereich zeigte die Vermarktungskampagne für Bijao-Blätter 2026 sehr positive Ergebnisse. Durch den Ausbau der Direktvertriebskanäle in Pucallpa und Yarinacocha konnte die Abhängigkeit von Zwischenhändlern verringert werden. Es wurden ca. 780 Bündel Bijao-Blätter (ein Bündel besteht aus 500 Blättern) vermarktet, wodurch das Verkaufsvolumen im Vergleich zur vorangegangenen Saison fast verdoppelt wurde. Dies führte zu höheren Einnahmen für die Erzeugerfamilien, einer Steigerung der lokalen Wertschöpfung und einer Stärkung der Gemeinschaftsorganisation.

Das Projekt hat zudem Fortschritte bei der Entwicklung neuer nachhaltiger Wertschöpfungsketten erzielt, indem es Fischereiverbände bei ihrer Formalisierung begleitet und Produktionsinitiativen im Zusammenhang mit stachellosen Bienen (Meliponini) und Aguaje gefördert hat. Diese Maßnahmen tragen zur Diversifizierung der wirtschaftlichen Möglichkeiten der Gemeinschaften bei und stärken die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen.
Insgesamt zeigen die erzielten Ergebnisse, dass das Projekt nicht nur produktive Aktivitäten fördert, sondern auch die Führungsrolle und Mitbestimmung der indigenen Organisationen bei der Bewirtschaftung ihrer Ressourcen, der Einflussnahme auf die öffentliche Politik und der Schaffung nachhaltiger wirtschaftlicher Alternativen stärkt. Die nächste Phase wird sich darauf konzentrieren, diese Fortschritte durch die Stärkung des multisektoralen Fischereiausschusses, die aktive Beteiligung der RILIC, die Vorbereitung der Bijao-Kampagne 2027 und den Ausbau nachhaltiger Wertschöpfungsketten zu festigen. Dies wird zu einer soliden territorialen Verwaltung zum Wohle der vierzehn beteiligten Ansiedlungen aus Weilern und Shipibo-Conibo Gemeinschaften in der Landschaft Imiría-Chauya beitragen.
VO – MK
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