Nachhaltige Landwirtschaft beginnt oft im Kleinen: mit einem Stück Land, einer Handvoll Gemüsesamen und Menschen, die bereit sind, neue Wege zu gehen. Hier setzt unser Projekt „Impulse für Nachhaltige Alternativen in der Landwirtschaft – INAL“ an, das vom Instituto de Desarrollo y Medio Ambiente (IDMA) im Distrikt Luyando in der Region Huánuco durchgeführt wird. Nach einem Drittel der Projektlaufzeit (6 Monate) zeigt sich per Ende September 2026, dass die Projektarbeit trotz logistischer und finanzieller Herausforderungen kontinuierlich voranschreitet.
Ein Schwerpunkt sind die Familiengärten, die sogenannten Biohuertos. Hier wird nicht nur Gemüse angebaut, sondern auch gelernt, ausprobiert und gemeinsam Erfahrung gesammelt. Wie bereitet man den Boden richtig vor? Welche Abstände brauchen die Pflanzen? Wie gelingt die Keimung? Und wie lässt sich organischer Dünger aus örtlich verfügbaren Materialien herstellen?

Mit solchen praktischen Fragen beschäftigten sich die bisher 35 teilnehmenden Familien in 15 Workshops und auf ihren eigenen Parzellen. Insgesamt werden 50 Familien in fünf beteiligten Orten Sol Naciente, Felipe Pinglo Alva, Puente Piedra, 28 de Julio und Capitán Manuel Arellano begleitet.
Dass nachhaltiges Denken früh beginnen sollte, zeigt die Arbeit an der Schule von Marona. Dort wurden Beete vorbereitet, der Boden mit biologischen Mitteln behandelt und erste Gemüsesamen in Keimschalen ausgesät. Die Schülerinnen und Schüler lernen dabei nicht nur etwas über Pflanzen und Anbau, sondern auch über den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur. Die schulische Umweltbrigade ist ebenfalls eingebunden. So wird Umweltbildung unmittelbar erlebbar.

Natürlich läuft nicht immer alles nach Plan. Während der Kaffeeernte fehlt den Bauernfamilien die Zeit für zusätzliche Aktivitäten. Auch Transportprobleme und begrenzte kommunale Mittel haben die Arbeit erschwert. Starke Regenfälle machten es zudem notwendig, den Bau eines schulischen Moduls für organische Dünger zu verschieben. Das Projektteam reagierte darauf mit angepassten Zeitplänen.
Neben der praktischen Arbeit auf den Feldern spielt die Zusammenarbeit mit lokalen Institutionen eine wichtige Rolle. IDMA, die Distriktverwaltung von Luyando und weitere Partner tauschten sich über den Projektfortschritt aus. Fortbildungen und die Teilnahme an Veranstaltungen zum partizipativen Garantiesystem (PGS) sollen zudem die fachlichen Kompetenzen des Projektteams und die Erzeugung agroökologischer Produkte fördern.
Für die kommenden Monate stehen wichtige Aufgaben an: Die Familiengärten sollen weiterentwickelt, der Schulgarten ausgebaut und die Herstellung organischer Dünger vorangebracht werden. Außerdem soll eine Vereinigung agroökologischer Produzenten gegründet und eine Messe für ökologische Produkte vorbereitet werden. Damit sollen auch die Voraussetzungen verbessert werden, gemeinsam aufzutreten und die ökologischen Produkte stärker sichtbar zu machen.
INAL zeigt, dass Veränderung dort beginnt, wo Menschen ihr Wissen teilen und gemeinsam handeln. Ein Garten, der wächst, neue Kenntnisse, die in den Alltag einfließen, und Kinder, die lernen, ihre Umwelt zu schützen – all das sind Schritte hin zu einer Landwirtschaft, die Mensch und Natur gleichermaßen im Blick behält. Noch liegt viel Arbeit vor dem Projektteam und den beteiligten Familien. Doch die bisherigen Fortschritte machen Mut, diesen Weg konsequent weiterzugehen.
MH – VO





